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Über den Selbstbetrug der Morgenarbeit



Die Zeit am frühen Morgen ist bekanntlich die produktivste. Da kann man vieles erledigen, wird gesagt. Man wird nicht gestört, kaum jemand ist da, niemand ruft an.

Des Weiteren wird gesagt, dass viele aus genau diesem Beweggrund in ihren Büros sitzen und sich darüber freuen, nicht gestört zu werden. Sie erbauen sich daran, dass kaum einer da ist und niemand anruft.


Oder aber sie alle sitzen in den Kantinen und trinken ihren morgendlichen Kaffee. Und dann reden sie in ihren geistlosen Unterhaltungen über Gott und die Welt, über alles Mögliche und Unmögliche. Sie brauchen da auch kein schlechtes Gewissen zu haben.


Weil ja niemand anruft.


Weil die Anderen nämlich alle in ihren Büros sitzen und vielleicht versessen darauf lauern, dass vielleicht doch ein Anruf das Warten unterbricht. Oder aber diese Anderen, die noch nicht angerufen haben, sitzen auch in ihren Büros und warten.


Es scheint, dass viele zwischen sechs und acht Uhr in der Früh‘ in ihren Büros sitzen und darauf warten, dass niemand anruft. Denn diese Zeit ist bekanntlich die produktivste. Und wage es nicht, in dieser Zeit am frühen Morgen, doch zum Telefon zu greifen und jemanden anzurufen.

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